Verwirrtheit, Unruhe oder Desorientierung – die Symptome eines postoperativen Delirs sind vielfältig. „Für Patient*innen und Angehörige ist ein Delir oft beängstigend. Umso entscheidender ist es, ein Delir frühzeitig zu erkennen, Maßnahmen rechtzeitig zu ergreifen und Symptome rasch zu behandeln“, erklärt Mag.a Cornelia Kelterer, Advanced Practice Nurse (APN) für Demenz und Delir am Herz-Jesu Krankenhaus. Mit ihrer hohen Expertise gewährleistet die Pflegeexpertin – durch die zusätzliche akademische Ausbildung - eine effiziente und patient*innenorientierte Versorgung.
Umfassendes Delir-Management
Laut Österreichischer Gesellschaft für Geriatrie und Gerontologie entwickelt rund ein Drittel aller stationären Patient*innen ein Delir. Für das Gesundheitssystem ist dies eine erhebliche Herausforderung. „Aktuelle Studien belegen zudem, dass ein Delir nicht nur ein vorübergehender Verwirrtheitszustand ist, sondern oft mit einem längeren Krankenhausaufenthalt, schlechteren Behandlungsergebnissen und einer erhöhten Mortalität verbunden ist“, verdeutlicht Kelterer. Neben kurzfristigen Beeinträchtigungen, kann ein Delir auch langfristig Folgen haben. Etwa 25% der Betroffenen leiden dauerhaft unter kognitiven Funktionsstörungen. Um diesen negativen Auswirkungen entgegenzuwirken, ist eine frühzeitige Erkennung und gezielte Intervention essenziell.
Präoperative Prävention
„Unser Ziel ist es immer, die Häufigkeit und Schwere eines postoperativen Delirs zu reduzieren“, schildert Kelterer. Im Herz-Jesu Krankenhaus wird bereits vor einem Eingriff gezielt auf Risikofaktoren geachtet. Besonders gefährdet sind Patient*innen mit einer bestehenden kognitiven Störung oder Demenz. Standardmäßig durchgeführte Screenings helfen das Risiko eines postoperativen Delirs möglichst gering zu halten.
Ebenfalls entscheidend, um das Risiko bereits vor der Operation zu senken, ist ein effektives Schmerzmanagement sowie die sorgfältige Prüfung der Medikamente. Kognitive Übungen helfen, das Gehirn aktiv zu stimulieren.
Rasche Reorientierung
Neben einer schnellen und sicheren Diagnostik sowie einer gezielten medikamentösen Behandlung spielt die Unterstützung durch vertraute Personen eine entscheidende Rolle im erfolgreichen Delir-Management. Besuche von Angehörigen helfen den Patient*innen, sich in der ungewohnten Umgebung besser zu orientieren und ein Gefühl der Sicherheit zu bewahren. „Sanfte Gespräche und vertraute Gegenstände wie Fotos, können Ängste lindern und das Gehirn wieder ins Hier und Jetzt bringen“, erklärt Kelterer. Mit ihrer hohen Expertise haben Advanced Practice Nurses (APN) für Demenz und Delir eine Schlüsselrolle im Delir-Management.
Bildtext: Mag.a Cornelia Kelterer, Advanced Practice Nurse (APN) für Demenz und Delir am Herz-Jesu Krankenhaus
Fotocredits: Cathrin Haitszinger/Herz-Jesu Krankenhaus
