Schwerpunkt Post-COVID-19 Rehabilitation

Das Herz-Jesu Krankenhaus nimmt seit Oktober 2020 Patientinnen und Patienten auf, die nach einem schweren Covid-19 Erkrankungs-Verlauf intensiviert rehabilitiert werden müssen. „Die Akutrehabilitation ist nicht mit einer üblichen Rehabilitation zu vergleichen. Patienten, die schwer an Covid-19 erkrankt waren, kommen mit deutlich eingeschränkter Lungenfunktion sowie sehr geringer Belastbarkeit zur Akutrehabilitation,“ erklärt Prim. Doz. Dr. Edmund Cauza, Vorstand der Abteilung für Innere Medizin und Leiter der Covid-19 Akutrehabilitation im Herz-Jesu Krankenhaus. „Aufgrund der Vielschichtigkeit der Auswirkungen der Erkrankung ist es notwendig, diese Patientinnen und Patienten in vielerlei Hinsicht zu behandeln. Wir haben für ihre Behandlung ein spezielles Konzept entwickelt.“

Ein eigens dafür aufgestelltes interdisziplinäres Team setzt sich aus folgenden Fachbereichen zusammen:

  • Innere Medizin
  • Physikalische Medizin und Rehabilitation
  • Pulmologie
  • Radiologie
  • Diätologie
  • Klinische Psychologie
  • Seelsorge
  • Entlassungsmanagement

     

Mit Akuter Intensivierter Rehabilitation (Covid-19 AIR) wieder in die Normalität  

Das Ziel der Akuten Intensivierten Rehabilitation (Covid-19 AIR) ist, eine Behandlung möglichst früh zu beginnen. Einerseits geht es darum, die deutlich reduzierte Lungenfunktion nach der durch Covid-19 verursachten viralen Lungenentzündung (unter Berücksichtigung der weiterhin eingeschränkten pulmonalen Belastbarkeit) zu verbessern bzw. langfristig wiederherzustellen. Andererseits werden die vielfältigen zusätzlichen Auswirkungen der Covid-19 Erkrankung therapiert, wie zum Beispiel psychische, neurologische, kardiale und muskuläre Beeinträchtigungen. Einen wesentlichen Beitrag setzt hier das Team der Abteilung für Physikalische Medizin und Rehabilitation unter der Leitung von Dr. Gerhard Vavrovsky, mit intensiven Übungen zur Stärkung der Atemmuskelkraft und der muskulären Kräftigung sowie Mobilisierung der Patientinnen und Patienten. Darüber hinaus beinhaltet Covid-19 AIR gezielte Maßnahmen, um die Atemnot zu reduzieren, die pulmonale Belastbarkeit zu verbessern und die Lungenfunktion wieder zu normalisieren. Um in den Alltag zurückzukehren, werden Patientinnen und Patienten aber auch bei der Trauma-, Angst- und Depressionsbewältigung sowie Ernährungsoptimierung unterstützt.

Das Herz-Jesu Krankenhaus in Wien ist eines der wenigen Krankenhäuser, die eine Akutrehabilitation für Post-Covid-19 Patienten anbieten und dafür ein eigenes Konzept erstellt hat. Die Entwicklung und Koordination hat OÄ Dr. Katharina Mühlbacher, Fachärztin für Pneumologie, inne. „Wir alle können Spätfolgen noch nicht abschätzen, so Mühlbacher. „Aber an unseren ersten Patientinnen und Patienten, die wir in ihr normales Leben begleiten konnten, sehen wir, wie wichtig und zielführend die akute intensivierte Rehabilitation ist.“

 

Stationäre Aufnahme nach Kriterien
Die Akute Intensivierte Rehabilitation steht Patientinnen und Patienten zur Verfügung, die einen schweren Krankheitsverlauf von COVID-19 überstanden haben und nicht mehr infektiös sind. Für die Aufnahme sind besondere klinische Kriterien ausschlaggebend, wie die respiratorische und kardiale Situation und die Kooperationsfähigkeit. Allgemeine Voraussetzung ist ein negativer PCR-Test oder ein Ct-Wert von über 30. 
Die Zuweisung erfolgt ausschließlich über das zuletzt behandlende Krankenhaus!